was heißt bio eigentlich?

Das Bio-Logo steht für Richtlinien, die beim ökologischen Landbau und bei der Tierhaltung vom Erzeuger oder Hersteller umgesetzt werden (müssen).

Ein Produkt darf das Siegel tragen, wenn die Einhaltung der Richtlinien nachgewiesen wurde. Die Umsetzung der Standards werden durch unabhängige Kontrollstellen einmal jährlich geprüft. Geprüft werden alle Unternehmen, die pflanzliche oder tierische Produkte erzeugen, verarbeiten, handeln, lagern oder importieren und mit dem Biosiegel Waren kennzeichnen.

Prüfungsbeispiele: Bei Landwirten der Nachweis vom Kauf des Bio-Saatgut; in einer Ackerschlagkartei werden Düngeperioden aufgelistet und überprüft; befinden sich im Betrieb unzulässige Dünge-, Reinigungs-, Pflanzenschutzmittel(Pestizide) oder Medikamente?; bei Tierproduzenten wird Eigenerzeugung des Biofutters, Stalltagebücher im Krankheitsfall, Tierhaltungstagebücher überprüft.

 


 

bio-siegel chaos?

… tatsächlich unterscheiden wir nur 3 Arten von Biosiegeln:


DAS ÖFFENTLICHE

… die EU Kommission hat das erste Bio-Siegel 2000 eingeführt. Sie richten sich nach den sogenannten Mindeststandards, die von der EU in der EG-Ökoverordnung festgelegt wurden. Das EU-Bio-Logo ist verpflichtend (rechts), das deutsche Bio-Siegel freiweillig (links).

DIE PRIVATEN

… sind wesentlich älter. Der erste private Bioverband (Demeter) entstand 1924. Diese haben über die Mindeststandards hinaus deutlich strengere Regelungen.

Supermarkt-eigenmarken

Beispielsweise: Alnatura, BioBio von PLUS, PrimaBio von Aldi Nord usw. … Sind nichts anderes als das normale öffentliche Siegel und folgen den Mindeststandards.

 


warum ist bio teurer?


… dafür gibt es verschiedene Gründe:
  • Bauern versuchen in einem natürlichen, ökologisch sinnvollen Betriebskreislauf zu arbeiten, das bedingt erhöhten Arbeitsaufwand, niedrigere Erträge, weniger Tiere in der Aufzucht.
  • Jedes einzelne Unternehmen in der Kette muss Bio-Siegel/Kontrollen bezahlen. Diese sind teuer und die Kosten werden in der Kette weitergegeben bis hin zum Endverbraucher. Die Summen reichen von einigen hundert Euro im Jahr hin zu vielen tausend Euro, die zusätzlich erwirtschaftet werden müssen.

wissenswertes


Bio-Anbau ist ein Nischenmarkt – 7,1% der deutschen Agrarflächen werden öko bewirtschaftet

 

die Nachfrage in Deutschland kann nicht gedeckt werden, deshalb werden bspw. Möhren importiert

 

Jeder 10.Bauer in Deutschland ist ein Biobauer.

 

Konventionelles Obst hat im Schnitt einen 175-fach höheren Gehalt an Pestiziden als Bio-Obst.

 

Konventionelles Gemüse hat im Schnitt einen 245-fach höherern Pestizidgehalt als Bio.

 

es gibt Umstellungszeiträume, in denen der Bauer schon Bio anbaut, aber das Produkt noch nicht Bio nennen darf. Bei Getreide sind das bspw. 24 Monate.

 


Mindeststandards (Ein AUSZUG)

“MIndestens 95% der zutaten landwirtschaftlichen ursprungs eines bio-produktes müssen ÖKOLOGISCH sein.
Die Verwendung von Genetisch-veränderten Organismen (GVO) in der ökologischen/biologischen Produktion ist verboten.
Ein Betrieb kann ökologisch und gleichzeitig konventionell bewirtschaften.
Beschränkung der Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen (IN KONVENTIONELLEN LEBENSMITTELN SIND BIS ZU 400 ZUSATZSTOFFE ZUGELASSEN).
Die Dauer von Tiertransporten muss möglichst kurz(?) gehalten werden.
Mineralische Stickstoffdünger dürfen nicht verwendet werden.
TIERFUTTERMITTEL SIND IM BETRIEB ODER IN ANDEREN ÖKOLOGISCHEN BETRIEBEN DER REGION ZU ERZEUGEN.
Antibiotika dürfen verwendet werden, wenn andere Behandlungen nicht geeignet sind.
Die Verwendung von Wachstumsförderern und synthetischen Aminosäuren, SOWIE DIE BEHANDLUNG MIT HORMONEN ist untersagt.
Zentrale Elemente im Bewirtschaftungssystem des ökologischen/biologischen Pflanzenbaus sind die Pflege der Bodenfruchtbarkeit, die Wahl geeigneter Arten und Sorten, eine mehrjährige Fruchtfolge, die Wiederverwertung organischen Materials und Anbautechniken.”

Die Öko-Basisverordnung

 

quellen


Öko-Basisverordnung (Grundlage: http://www.organic-standards.info/de/documents/EG-Verordnung-Nr-834-2007,5)

Schrot&Korn 05/2017 + 04/2017

Flyer zu Informationen zur Bio-Kontrolle (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft)

(Alle relevanten Verordnungen, Gesetze und Vorschriften in der Übersicht hier: https://www.oekolandbau.de/bio-siegel/info-fuer-unternehmen/kontrollen/gesetzliche-grundlagen/)

http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/OekologischerLandbau/834_2007_EG_Oeko-Basis-VO.pdf;jsessionid=9D7D65A482CA98439FCC973362725FF0.1_cid367?__blob=publicationFile